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Hallo Wolfgang Stengel,
ich habe mich am 1.8.07 in der Bildzeitung mit nachfolgendem
Text schon groß darüber ausgelassen. Ich habe die entsprechende BZ leider nicht
vorliegen, deshalb schicke ich Ihnen den Originaltext. Finde ich eine sehr
spannende Aktion und wünsche Glück.
Beste Grüße
Gaby Hauptmann
www.Gaby-Hauptmann.de
Bildzeitung vom 1.8.07:
Ich rauche nicht. Mein Freund Botho raucht.
Ab morgen müssen wir deshalb getrennte Wege gehen -
im Restaurant trennt uns in Zukunft eine Wand.
Im schlimmsten Fall bin ich drin und er draußen -
im Freisitz.
Verliebte Worte beim Candle-Light-Dinner nur noch
übers Handy.
Ich würde mich in die Hölle der Raucher wagen,
wenn es noch eine Raucherkneipe gäbe.
Vielleicht tauchen ja irgendwo Schilder auf:
"Raucher gern gesehen."
Wie einst: "Biker gern gesehen." Oder "Hunde
willkommen".
Nicht jeder Wirt hat zwei Räume zu
bieten,
vielen wird das Geld der Raucher
fehlen.
Dem Staat nicht, er lebt weiterhin
vom Nikotin.
Korrekt wäre, die Zigarettensteuer in
einen Extra-Fond
für arbeitslose Wirte fließen zu
lassen.
Oder eine Selbstbestimmung der Wirte,
dann könnten Botho und ich wählen:
Montag Nichtraucher, Dienstag Raucher, Mittwoch Nichtraucher -
so bestellen wir den Candle-Light-Dienst in Zukunft
eben nach Hause
und schaffen damit eine neuen Markt.

Starker Anstieg der Verkehrsunfälle mit
Personenschäden, über 190.000 Wegeunfälle - verbietet jemand das Autofahren? Zig
Tote durch Alkohol und soziales Elend - verbietet jemand das Trinken? 1.246
tödliche Arbeitsunfälle meldet der Hauptverband der Berufsgenossenschaften für
2006, über 14.000 anerkannte Berufskrankheiten - verbietet jemand das Arbeiten?
Die Scheinheiligkeit, es ginge beim Rauchverbot um die Gesundeit, hat mich
veranlasst, ein altbekanntes Gedicht umzuschreiben:
Als sie das Rauchen verboten haben, habe ich
mich nicht gewehrt. Ich war ja kein Raucher.
Als den Dicken oder den Extremsportlern die
Kassenbeiträge erhöht wurden, habe ich mich nicht gewehrt. Ich war ja kein
Dicker und kein Extremsportler.
Als man den RFID-Chip einführen wollte, mit dem
es möglich war, das Konsumverhalten komplett zu überwachen, als man überall
Kameras installierte,habe ich mich nicht gewehrt. Ich meinte, ich hätte nichts
zu verbergen.
Als man schließlich das Lachen verbot, konnte
ich mir nicht mehr ins Fäustchen lachen. Und es war keiner mehr da, der sich mit
mir wehren wollte, denn das Volk bestand nur noch aus Denunzianten, denen das
einvernehmliche, soziale Miteinander ausgetrieben worden war. |